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Wie aus dem Dorf Boltenhagen ein Ostseebad wurde
Im 13. Jahrhundert siedelten sich die ersten Bauern aus
Niedersachsen kommend in der Gegend um Boltenhagen an. Von einem
eigentlichen Dorf Boltenhagen konnte man bis in das 18.
Jahrhundert nicht sprechen. Es war eher eine Ansammlung
verstreuter Bauerngehöfte und einiger Fischer. Es gab nicht
einmal eine Strasse nach Boltenhagen, sondern nur ein
unbefestigter Feldweg, der bei schlechtem Wetter die Reise nach
Boltenhagen fast unmöglich machte. Im Jahre 1803 war es als der
alte Graf von Bothmer einen Badekarren an den Strand in der Nähe
des alten Schulmeisterhauses stellte und und mit seiner Familie
ein Bad in der Ostsee nahm. Die Jahre vergingen und die
Boltenhäger Bauern zimmerten sich selber Badekarren um sie den
Städtern zum Badevergnügen zu vermieten. Einige Bauern richteten
für die Badegäste Gästezimmer ein. 1845 entstand das Hotel
Baltique, ein Gebäude mit 17 Zimmern, Speisesaal, Kegelbahn und
Tanzsaal.
Etwa um 1852 erbaute Johann Jakob Wiechmann, der Pächter des
Hotels Baltique, das Kurhaus "Großherzog von Mecklenburg". Hier
verweilte auch der beliebte Mecklenburgische Heimatdichter Fritz
Reuter. Die Bewohner von Boltenhagen gingen daran ihr Dorf für
die Urlauber zu verschönern, ein Park entstand, feste Wege
wurden gebaut und überall pflanzte man Bäume und legte
Blumenrabatten an. Doch leider kostete das alles viel Geld, So
wurde 1860 die Kurtaxe eingeführt, jeder Gast musste 25 Pfennige
pro Woche zahlen. Mit dem Jahre 1872 sollte vieles in
Boltenhagen anders werden. In der Nacht vom 12. zum 13. November
brach eine Sturmflut über den Ort. Die meisten Häuser und Hotels
wurden zerstört, vom Park und den befestigten Weg blieb nichts
als eine Schlammwüste. In einer Nacht wurde das Werk so vieler
Jahre zerstört.
Doch die Boltenhäger ließen sich nicht unterkriegen, sie bauten
ihre Häuser mit Unterstützung von Spendengeldern aus ganz
Mecklenburg wieder auf. Bereits um 1880 standen in Boltenhagen
wieder 21 Häuser mit 450 Zimmern und 8 Badekarren die für 30
Pfennig pro Tag vermietet wurden. 1880 entstand die Badeanstalt
mit 30 Umkleideräumen für Männer und Frauen. Endlich im Jahr
1911 wurde eine 300 Meter lange Anlegebrücke gebaut. Jetzt kamen
die Badegäste mit den Ausflugsdampfern aus Wismar und Lübeck.
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